Hermann Mennenga †

Der Auricher Hermann Mennenga ist am Montag im Alter von 82 Jahren nach kurzer sehr schwerer Krankheit gestorben.

Hermann war nicht nur prägend für den Auricher Schützenverein, dem er über 65 Jahre angehörte, er gehörte zum Auricher Stadtbild und war als Mensch und Freund auch für die Vorträge über das alte Aurich prägend.

Hermann kannte sie alle und sie alle kannten Hermann. Kaum jemand in der Kreisstadt verfügte über ein so profundes abrufbares Wissen und kannte die Dönekes, die Geschichte und Geschichten aus Aurich.

Bei jedem Vortrag war Hermann zu Gast in der ersten Reihe und ließ die Besucherinnen und Besucher an seinem Wissen teilhaben.

Bei den Arbeiten zum „Aurich-Film“ im letzten Jahr war Hermanns Wissen eine nicht wegzudenkende Größe. Ohne ihn und seine herzliche freundschaftliche Art wird in den Aurich-Vorträgen ein Stück Auricher Geschichte fehlen. Die Lücke ist nicht zu füllen.

Aurich trauert.

 

 

 

Für 65 jährige Mitgliedschaft wurde Hermann Mennenga (mitte) noch im Dezember 2017 geehrt. Links Vorsitzender Burkhard Siepermann, rechts Sigfried Janssen, Leiter der Traditionsabteilung des Schützenvereines.

 

Aurich im Wandel

Videobericht

Auch 2018 wird die Serie mit Vorträgen über die Geschichte der Kreisstadt Aurich fortgeführt.

Der Auftakt zur diesjährigen Vortragsreihe mit Stefan Dunkmann war am 12. März in der Aurich Stadthalle. In dem rund zweistündigen Vortrag überraschte der Reiseführer durch Aurichs Geschichte mit interessanten Bilddokumenten. Aurich im Wandel lautete das Thema – mit Fotos die bis in das Jahr 1900 zurückreichen.

 

Die Aurich-Bücher – begrenzt verfügbar

Im Jahr 1992 erschien das erste Buch mit dem Titel „Aurich – von C.B. Meyer bis auf unsere Tage“. Als Autor beauftragt war Karl „Kalli“ Gramberg, ein Maler, Grafiker und begeisterter Stadtchronist. Im Auftrag der Stadt Aurich folgten 1994 der zweite Band und im Jahr 1996 der dritte Band.

Mit dem Ableben Grambergs im Jahr 1998 endete sein Werk. Vier Jahre später, im Jahr 2002, beauftragte der Verlag A.H.F. Dunkmann seinen Mitarbeiter Gerd-D. Gauger die Buchreihe fortzuschreiben.

Unter dem Titel „Aurich – in Kaisers Rock und Petticoats“ erschien 2002 Aurich Buch 4, welches das Leben in der Kreisstadt zwischen 1918 und 1959 beschreibt. Bereits ein Jahr später, im Jahr 2003, erschien das 5. und bislang letzte Aurich-Buch mit dem Titel „Alte Residenz in neuem Rhythmus“. Inhalt: das Leben in Aurich zwischen 1960 und 1985.

Seit über zehn Jahren sind diese Bücher vergriffen und werden nur noch antiquarisch gehandelt. Auf den Vorträgen über das alte Aurich wird immer wieder nach diesen Büchern gefragt.

Stefan Dunkmann ist es gelungen Restbestände der Aurich-Bücher zugänglich zu machen. Diese können hier bei lambertiturm.de bestellt werden. Es sind allerdings nur geringe Stückzahlen verfügbar – natürlich neu und ungelesen. 

Aurich-Bücher Band 1-5      99.- €
Aurich Bücher Band 3-5      70.- €

Band 3 (einzeln) 1870 bis 1918                   25.- €
Band 4 (einzeln) 1918 bis 1959                   20.- €
Band 5 (einzeln) 1960 bis 1985                   35.- €

Bestellungen bitte an info@lambertiturm.de

Aurichs historische Torpfeiler

Es ist das wohl berühmteste Motiv der Auricher Altstadt. Die historischen Torpfeiler am westlichen Eingang der Fußgängerzone mit Blick auf ein weiteres Wahrzeichen der Stadt – den Lambertiturm. Die Pfeiler – auch Burgtore genannt – waren jedoch nie Teil eines Stadttores.

Ursprünglich waren diese Torpfeiler das Eingangsportal des fürstlichen Lustgartens Julianenburg. Am 17. Juli 1705 hatte sie der ostfriesische Fürst Christian Eberhard (1665 – 1708) für 300 Reichstaler bei dem Bremer Bildhauer Johann Mehne bestellt. Dort wo sie heute stehen, verlief einst die Auricher Stadtgrenze und das um 1700 abgerissene zweigeschossige Hadewigstor. 

Athene und Bellona: Kämpferische Göttinnen

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Die fürstliche Parkanlage hatte Graf Ulrich II. inmitten der Wirren des Dreißigjährigen Krieges zu Ehren seiner Frau Juliane bereits 65 Jahre zuvor (1640) an der Westseite des Auricher Schlosses anlegen lassen.

1691 ließ Christian Eberhard den fürstlichen Park nach dem Vorbild der Anlagen von Schloss Versailles umgestalten.

Einer alten Grundrisskarte aus dieser Zeit ist zu entnehmen, wie der Park gestaltet war und wo genau die historischen Torpfeiler einst standen. 

Christian Eberhard erlebte die Auslieferung der beiden Statuen jedoch nicht mehr.

Immer wieder verzögerte sich die Fertigstellung.

Erst im Todesjahr des Fürsten – 1708 – wurden sie an einer Zugbrücke aufgestellt, die über den Auricher Stadtgraben hinweg den Schlossbezirk mit dem Julianenburger Park verband.

Dargestellt ist auf dem linken Pfeiler die griechische Göttin Pallas Athene – erkennbar an den Attributen Eule und Kriegsgewand.

Sie gilt als Göttin der Weisheit, der Strategie und des Kampfes, der Kunst, des Handwerks und der Handarbeit.

Auf der rechten Säule befindet sich die römische Kriegsgöttin Bellona, erkennbar an Helm, Schwert und Lanze. In ihrem Schild ist das gräfliche Wappen eingearbeitet.

Im Schild von Pallas Athene erkennt man in barock-verschnörkelter Spiegelschrift das fürstlichen Monogramm von Fürst Christian Eberhard.

Fürstliches Lustwandeln vor den Toren der Stadt

1708 reichte die Gartenanlage in der Länge vom Schlosszingel bis zur heutigen Straße Grüner Weg. Der Ems-Jade-Kanal und die Oldersumer Straße begrenzen das ehemalige Parkareal in der Breite.

Jeweils drei durchgehende Längs- und Queralleen gliederten den Park in der Länge und Breite. Dazu kamen sich recht- und spitzwinklig schneidende, zehn Fuß hohe und beschnittene Heckenwege, die zum Teil geometrische Figuren bildeten. Die heutige Graf-Ulrich-Straße war die Hauptachse des ehemaligen Lustgartens.

Dem damaligen Zeitgeist entsprechend war der Park streng gestaltet. Die Grünanlage bestand aus drei Teilen. Der erste Bereich war quadratisch aufgeteilt. In seinem Zentrum einen Springbrunnen mit einer Merkurstatue sowie in jeder der vier Ecken jeweils eine weitere Statue.

Dieser Teil des Parks reichte bis zu einem heute nicht mehr vorhandenen Wasserzug an der Westseite der heutigen Julianenburger Straße. Daran schloss sich ein großer Bereich an, dessen Wegegliederung sternförmig war. In dessen Zentrum befand sich ein Rondell mit sechs im Kreis aufgestellten Statuen.

In diesem Areal soll sich auch der Irrgarten befunden haben. Der letzte Bereich bestand aus zwei Rechtecken und war von einer halbmondförmigen Fasanerie abgeschlossen, die in einer buschreichen Umgebung lag. Obstbäume gab es vor allem im vorderen, dem Schloss zugewandten Bereich.

1765 wurde der Julianenburger Park aufgeteilt und die beiden historischen Torpfeiler an die Burgstrasse – Höhe „Alte Wache“ versetzt.

Erst durch diesen neuen Standort erhielten sie Bezeichnung „Burgthor“. An diesem neuen Standort, verblieben sie fast 200 Jahre – bis sie Mitte der 1960er Jahre am Eingang der moderneren Julianenparkanlage aufgestellt wurden.

Mit Eröffnung der Auricher Fußgängerzone erhielten sie im November 1974 ihren heutigen Standort.

Der neue Alt-Aurich-Film

Fast ein Jahr dauerten Recherchen und die redaktionelle Aufbereitung des neuen Alt-Aurich-Films von Stefan Dunkmann. 120 Minuten kamen zusammen – mit Film- und Fotodokumente über die bewegte Geschichte der Kreistadt Aurich. Vor allem nach dem 2. Weltkrieg erlebte die Stadt eine kaum vorstellbare Entwicklung. Die Stadt im Herzen Ostfrieslands, war einst ostfriesischer Regierungssitz. Hier wurde ostfriesische Geschichte gemacht – nicht immer zur Freude der umliegenden Gemeinden.

Bereits in den 60er Jahren stand Aurich unter einem enormen Modernisierungsdruck. Manchem Stadtplaner lag die Abrissbirne locker im Handgelenk. Traditionen zu pflegen und Altes zu bewahren galt als „rückständig“. Es entsprach so gar nicht dem herrschende Zeitgeist.

Wilde Zeiten waren es damals. Wo immer etwas abgerissen wurde, meldeten sich die angeblich „im Gestern“ Lebenden lautstark zu Wort. Ihnen warf man oft vor, dem Fortschritt im Wege zu stehen. Doch fast 50 Jahre später kann man den damals beschimpften dankbar sein, auch wenn es ihnen nicht immer gelang die schlimmsten Bausünden zu verhindert.

Bereits in den 80er Jahren zeichnete sich eine Trendwende ab, die Wertschätzung für alte Bausubstanz kam langsam wieder in Mode. Viel Geld wurde und wird inzwischen in die Hand genommen, um sie zu bewahren – soweit das überhaupt noch möglich ist.

Die Veränderungen und das Leben in der Kreistadt sind Thema des Films – eine Zeitreise nicht nur für die ältere Generation, die in Erinnerungen schwelgen mag. Der Film wendet sich auch an jene, die diese Umbruchphase nicht selbst miterlebt haben. Wer den Film gesehen hat, dürfte danach die Stadt im Herzen Ostfrieslands mit anderen Augen sehen können und überraschendes entdecken.

Direkte Bestellung auch über info@lambertiturm.de [25.- Euro inkl. Versand]

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Weihnachten 1966 in Aurich

Passend zur Jahreszeit gab es vor einigen Tagen einen überraschenden Fund im Filmarchiv. Noch sehr bescheiden zeigte sich 1966 der Auricher Weihnachtsmarkt. Daraus entwickelte sich in den letzten rund 50 Jahren, dass, was heute als Auricher Weihnachtszauber über die Grenzen Ostfrieslands hinaus bekannt geworden ist. 

Zu sehen sind auch die alten Auricher Weihnachtstore,  damals noch auf dem Auricher Marktplatz aufgestellt. Nach Information der Stadt Aurich, sind sie mittlerweile schon so marode, dass sie in diesem Jahr nicht aufgestellt werden konnten. Doch mittlerweile gibt es schon mehrere Initiativen, um sie Weihnachten 2018 wieder aufstellen zu können.

Aurich in den 80er Jahren

„Interessant moderiert“, so die Bewertung des Auricher Bürgermeisters Heinz-Werner Windhorst.

Am 20. März 2017 zeigte Stefan Dunkmann in der ausverkauften Auricher Stadthalle Fotodokumente aus dem Aurich der 80er Jahre.

Der historische Rückblick, so betonte der Bürgermeister, sei auch eine gute Bais, um kommende Wandlungen der Stadt sensibel zu betreiben.

Nebenstehend ein Videobericht vom Vortrag, mit (backstage) Stefan Dunkmann und Heinz-Werner Windhorst im Interview.

Beachten Sie bitte auch die Vorschau der Vorträge für 2018

Werbung für ein Auricher Bürgerhaus

Bundesweit hat es mittlerweile für Aufmerksamkeit gesorgt – dass Graffiti-Großbild auf der Fassade am Optiker-Geschäft Elke Lenk in der Burgstrasse. Das Werk des Auricher Graffiti-Künstlers Tim Write hätte wohl nie soviel Beachtung erzielt, wenn die Auricher Stadtverwaltung nicht angeordnet hätte, dass das Graffiti zum 1. Dezember zu entfernen ist. Denkmalschützer Theo Dworak verwies auf den sogenannten „Ensembleschutz“. Das Kunstwerk störe den Eindruck des danebenstehenden denkmalgeschützen Conring´schen Haus.

Das 1804 vom Auricher Architekten Conrad Bernhard Meyer entworfene Gebäude dürfte in den letzten Wochen sicher mehr fotografiert worden sein, als alle anderen bekannten Auricher Sehenswürdigkeiten.

Unter der Überschrift „Aurich muss ‚ARTig‘ bleiben“, setzt sich unter anderem auch die Band „Knallfrosch Elektro“ für den Erhalt der Graffiti-Fassade ein. Mittlerweile hat sich Unternehmerin Elke Lenk an das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gewandt. Diese wird die Entscheidung der Unteren Denkmalschutzbehörde in Aurich überprüfen. Deshalb wird das Graffiti den Aurichern zumindest für die Zeit der weihnachtlicht beleuchteten Altstadt noch erhalten bleiben.


Für uns ein Anlass, über die Geschichte des Conring‘schen Hauses zu informieren. Lesen sie dazu unseren Beitrag

„Das Conring’sche Haus in der Burgstraße“


Aurichs historische Torpfeiler

Sie sind ein Auricher Wahrzeichen und bilden eine Art Eintrittpforte in die Auricher Innenstadt. Die historischen Torpfeiler mit den barocken Statuen Athene und Bellona. Seit 1976 stehen diese als „Burgtore“ bezeichneten Pfeiler am westlichen Eingang der Fussgängerzone. Die Pfeiler – auch als Burgtore bezeichnet – waren jedoch nie Teil eines Stadttores. Ursprünglich dienten sie als Eingangsportal des fürstlichen Lustgartens Julianenburg.

1765 wurde der Julianenburger Park aufgeteilt und die beiden historischen Torpfeiler an die Burgstrasse Höhe „Alte Wache“ versetzt. Dort standen sie fast 200 Jahre bis sie Mitte der 1960er Jahre am Eingang der kleinen Julianenburger Parkanlage aufgestellt wurden.

Jetzt will man sie wieder umsetzen – dorthin, wo sie rund 200 Jahre standen.


Lesen sie dazu unseren Beitrag

„Aurichs historische Torpfeiler“